Kaum jemand weiß, dass die Geschichte der Satellitennavigation bereits vor 100 Jahren begann. Reginald Fessenden versuchte im Jahre 1912 mit Hilfe einfacher Zeitmessungen zwischen einem signalgebendem Sender und einem Empfänger, Entfernung und genaue Position von Schiffen zu bestimmen. Die damalige Technik war noch nicht ausgereift und die Ergebnisse sehr ungenau, dennoch sollte sich die Navigationstechnologie als zukunftsweisend herausstellen.
Satelliten teilen einem Empfangsgerät mit Hilfe einer komplexen Funktechnik ihre Position und die genaue Uhrzeit. Diese Geräte erhalten niemals nur das Signal eines einzelnen Satelliten, da die so ermittelten Daten eine viel zu hohe Ungenauigkeit aufweisen würden. Satellitennavigationssysteme stützen sich immer auf die Daten mehrerer Satelliten, die sich nah nebeneinander befinden und Konstellationen genannt werden. So wird gewährleistet, dass auch bei schlechter Empfangsqualität, bedingt durch erschwerende Witterungsbedingungen, ein klares und genaues Signal empfangen werden kann.
Die ursprünglich zu militärischen Zwecken genutzten Satellitennavigationssysteme NAVSTAR-GPS (kurz GPS) und das russische System GLONASS bezeichnet man als Systeme der ersten Generation. Durch technische Aufrüstung werden diese Systeme verbessert, was sich erheblich auf deren Leistungsfähigkeit auswirken wird. Die neuen Systeme werden voraussichtlich ab 2012 ihren Dienst antreten und dann der sogenannten zweiten Generation angehören. Auch das europäische Satellitennavigationssystem, GALILEO, wird nach neuesten Berichten im Jahr 2013 technisch vollständig aufgerüstet sein und ebenfalls der zweiten Generation der Satellitennavigation angehören. Auch China, Japan und Indien arbeiten an ihren eigenen Systemen, die bald an den Start gehen sollen.
Die Verbesserungen bei den Satellitennavigationssystemen werden sich auch auf den GPS-Markt auswirken. Moderne Geräte übertreffen ihre Vorgängermodelle bereits heute deutlich im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Signalgenauigkeit. Der Nutzer erhält präzise Karten, mit deren Hilfe sich alle beliebigen Zieldaten in Sekundenschnelle berechnen lassen. Die Routenplanung wird so zum Kinderspiel, alle Berechnungen beruhen auf den aktuellsten Daten. Der Autofahrer wird beispielsweise auf einen Stau hingewiesen, selbst wenn dieser erst gerade entsteht. Das Innovationspotential in diesem Bereich ist riesig und wird auch in Zukunft zu vielen technischen Neuerungen führen.
Picture: Andrea Danti: Fotolia
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